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Individualpädagogische Auslandsmaßnahmen

„Was sollen wir nur mit diesem Kind machen?“ Immer häufiger geraten Menschen, die sich in der Jugendhilfe engagieren, an ihre Grenzen. Kinder und Jugendliche mit den schrecklichsten biografischen Erfahrungen lassen sich nicht in bestehende stationäre Angebote integrieren. Sie sind aggressiv, sozial verwahrlost, werden pädagogisch nicht erreicht. Doch sie haben das Recht auf eine bessere Zukunft.

Das Projekt

arkadas - heißt "freund"

Das Auslandsprojekt in der Türkei (wird derzeit nicht angeboten) und Bulgarien bietet Kindern und Jugendlichen, deren soziales Verhalten sehr auffällig ist, die Chance für einen Neubeginn. Herausgelöst aus ihrer bisherigen Umgebung werden die jungen Menschen von deutschen und türkischen bzw. bulgarischen Fachkräften in der Türkei individuell betreut und unterrichtet. Es geht darum, ihnen neue Werte und das Gefühl von Vertrauen in Beziehungen zu vermitteln. Zum Team gehören Sozialpädagogen, Lehrer, Psychologen, Therapeuten und Handwerker. Derzeit gibt es 24 Plätze für Mädchen und Jungen ab zwölf Jahren. Meist dauert ein Aufenthalt rund ein Jahr. Das Projekt ist aber auch als Krisenintervention denkbar, wenn Kinder für einige Wochen eine „Auszeit“ benötigen.

Mehr Freiraum

für selbstständiges Handeln und Gestalten der Freizeit bietet das Projekt erst in seiner zweiten Phase. Zu Beginn der Auslandsmaßnahme lebt jedes Kind oder jeder Jugendliche allein mit seinen Bezugspersonen ländlich und somit bewusst reizarm. In den ländlichen Gebieten werden die jungen Menschen in die dörfliche Gemeinschaft integriert und erfahren viel Wärme und Zuneigung im harmonischen Zusammenleben. Im Verlauf einer Maßnahme durchlaufen die jungen Klienten verschiedene Phasen, die andere  Ansprüche an die Infrastruktur stellen. Sie wohnen - stadtnah bis zentrumsnah - in kleinen Gruppen und gemeinsam in der eigenen Schule unterrichtet. Die Kinder sind ruhiger, stabiler und selbstbewusster. Soziale Kompetenzen haben sich so weit verfestigt, dass ein Leben in der Gemeinschaft möglich ist und neue Perspektiven eröffnet werden.

Individualpädagogische Auslandsmaßnahmen

Die Heimkehr

wird intensiv vorbereitet. Gemeinsam mit den Jugendlichen und den für sie verantwortlichen Menschen werden individuelle Lösungen entwickelt: Sei es eine Rückführung in die Familie, eine betreute Wohnform oder eine ambulante Betreuung. Der Schulbesuch oder eine berufliche Tätigkeit werden sichergestellt.

Kooperationspartner

Bei dem gesamten Projekt gibt es eine gute und intensive Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden und den jeweiligen Dorfgemeinschaften. Sie sind bei der Entscheidung über die Aufnahme des Kindes oder Jugendlichen in die örtliche Gemeinschaft maßgeblich beteiligt, um eine stabile Integration zu gewährleisten. In Kooperation mit den örtlichen Jugendämtern betreuen die Jugendlichen aus Deutschland auch einheimische körperbehinderte Kinder und kümmern sich um Straßenkinder. Sie lernen, Verantwortung zu tragen und Toleranz zu üben.

Träger der Individualpädagogischen Intensivbetreuung ist die Jugendhilfe Gütersloh des Stiftungsbereichs Bethel.regional.